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Ein Rückblick auf mehr als 138 Jahre Tradition
Am 1. Oktober 1876 eröffnete mein Urgroßvater, der aus Bremen
kommende Malermeister August Atenhahn, als erster Maler im damaligen
Flecken Vilsen einen Malerbetrieb. 1890
errichtete er in der Bahnhofstraße 42 einen Neubau. Außer einer Werkstatt
eröffnete er hier auch einen Laden für Farben, Tapeten und Bilderrahmen.
Gleichzeitig entstand im Obergeschoß ein “Photographisches Atelier”, denn
er war nicht nur Maler, sondern auch Fotograf.
Sein Sohn Heinrich Atenhahn übernahm, als er sein Handwerk beherrschte, die
Hälfte der Kundschaft und eröffnete seine erste Werkstatt in der Bruchhöfener Straße. Vorher zog er ab 1895 als
Handwerksbursche durch halb Europa. Über Dresden, Prag und Pilsen ging es
weiter durch Österreich, Griechenland, Italien und die Schweiz. Diese Reise
ist durch in meinem Besitz befindliche Briefe und ein Tagebuch
dokumentiert. Diese Dokumente bieten interessante Einblicke in das
Wanderleben. 1905 baute er in Bruchhausen-Vilsen,
in der Bahnhofstraße 11, ein Haus mit Werkstatt (heutiger Familienbesitz).
Als am 18. Januar 1928 August Atenhahn und am 31. Januar 1928
sein Sohn Heinrich Atenhahn kurz nacheinander starben, trat in der dritten
Generation mein Vater - August Atenhahn in ihre Fußstapfen. lhm blieben jedoch nur 12 Jahre für den weiteren Aufbau
des Malerbetriebes. 1940 wurde er zur Wehrmacht eingezogen und gilt seit 1944 in Rumänien als
vermisst.
18 Jahre dauerte es, bis ich - Heinrich Atenhahn - als vierte Generation
- am 1. März 1958 den Malerbetrieb wieder eröffnete. 1960 wurde
dem Malerbetrieb wieder ein Farben- und Tapetenhandel angegliedert. Als
drittes Standbein wurde 1963 der Handel mit Leitern begonnen.
Das 100jährige Betriebsjubiläum wurde am 1. Oktober 1976 im
großzügigen modernen Ladenausbau begangen. Zuvor war das Haus in der
Bahnhofstraße 11 total umgebaut worden. Durch die stetige Aufwärtsentwicklung
wurde der Handels- und Handwerksbetrieb 1975 getrennt. Von 1975 -
1983 wurde im Malerbetrieb ein Teilhaber aufgenommen. Ehrenamtlich war
ich von 1981 - 1999 18 Jahre Obermeister der Malerinnung. Wer
aufmerksam gelesen hat, hat vielleicht gemerkt, daß
bis zur 4. Generation der Vorname immer zwischen August und Heinrich
gewechselt hat. Das änderte sich ein wenig mit der 5. Generation.
Als 5. Generation begann Cord-Heinrich Atenhahn 1983 seine Malerlehre in Nienburg. Es
folgten Gesellenjahre in Nienburg, Holzminden und Bremen. Ab 1991
besuchte er 4 Semester die Akademie für handwerkliche Berufe in
Stuttgart-Feuerbach, die er als Maler- und Lackierermeister und staatlich
geprüfter Fachwirt Fachrichtung Farbe abschloss. Es folgten 7 Jahre
Meistertätigkeit in einem größeren Malereibetrieb mit Lackiererei in
Bremen.
Im Herbst 1999 wurde mit dem Neubau eines Betriebsgebäudes für
Malerei und Lackiererei, Büros und Handelsbetrieb Leitern begonnen. Am
1. Juni 2000 wurde der Malereibetrieb Hans-Jürgen Iden GmbH übernommen
und in Atenhahn-Iden umbenannt. Die Firma wurde um eine
Lackiererei erweitert.
Im Oktober 2012 mußte die GmbH leider den Unternehmensbetrieb
einstellen. Seit Oktober 2012 ist die Firma wieder als
Einzelunternehmung am Markt tätig. Wir führen weiterhin alle Arbeiten des
Maler- und Lackiererhandwerkes durch.
Ein bißchen Ahnenforschung!
Nicht nur in Bruchhausen-Vilsen, auch in Köln
gab es einen über 100 Jahre alten Malereibetrieb ATENHAN. Nur 10 Jahre
nach der Gründung des Malereibetriebes in Vilsen
gründete 1886 Friedrich Atenhan, ebenfalls
aus Bremen kommend, in Köln einen Malereibetrieb. In dem anfangs kleinen
Betrieb beschäftigte er später über 25 Gesellen. Von seinen 14 Kindern
erlernten 4 seiner Söhne das Malerhandwerk. Friedrich Atenhan
war von 1906 - 1916 Obermeister. Er war der 2. Obermeister von KöIn seit Gründung der Innung Köln im Jahre 1885. Sein
Enkel Karl-Heinz Atenhan führte den Betrieb bis
1992 in Köln weiter. Da er kinderlos ist, endet mit ihm
die Kölner Tradition.
Belegt durch meine Ahnenforschung besteht zwischen den zwei Familien
über einen Halbbruder im Jahre 1804 eine Blutsverwandtschaft. Ich
hoffe, dass Vincent Atenhahn - der Sohn von Cord-Heinrich - in der 6. Generation auch den
Malerberuf erlernt und vielleicht im Jahre 2026 das 150jährige
Jubiläum zusammen mit seinem Vater ausrichten wird.
An dieser Stelle sollte nicht vergessen werden, dass in allen
Generationen die Frauen einen großen Anteil zum Gelingen beigetragen haben.
Heinrich Atenhahn
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